• Karl-Heinz Henrich

Zum 107. Geburtstag eines großen Sängers: "Alberto Castillio"















7. Dezember 1914 - 23. Juli 2002


Er wurde als Alberto Salvador De Lucca im Bezirk Mataderos in Buenos Aires geboren, und früh im Kindesalter zeichnete sich schon das Talent zum Sänger ab. Er sollte der „Sänger der hundert Viertel“ von Buenos Aires werden, und bei dieser wertschätzenden Zuschreibung ist nur die Zahl der Bezirke eine ziemliche Übertreibung.

Mit 16 Jahren schloss er die Schule ab und begann ein Medizinstudium. Er wurde 1942 Arzt und Gynäkologe. Das Studium zog sich deshalb etwas hin, weil er ab 1934 professionell zu singen begann.

Er sang als Alberto Duval im Radio Belgrano, begleitet von Gitarren. 1935 wechselte Alberto in das Orchester von Augusto Berto und nannte sich dort Carlos Duval. Ab 1937 konnte man ihn im Radio Prieto hören, begleitet vom Orchester Mariano Rodas. Doch seine Aktivität als Sänger bekam einen deutlichen Schub, als er 1940 zu Ricardo Tanturi stieß, der in der medizinischen Fakultät auftrat. Dessen Sänger hatte das Orchester gerade verlassen, und er suchte dringend eine neue Stimme. Nach kurzer Probe im Radio El Mundo war Alberto Castillo verpflichtet, der in diesem Augenblick diesen neuen Künstlernamen annahm, vorgeschlagen vom künstlerischen Direktor des Senders Radio El Mundo, Pablo Alberto Valle.

Mit Ricardo Tanturi kam Castillo zu Aufnahmen im renommierten Label RCA Víctor.

Es begann am 8. Januar 1941 mit dem Walzertitel „Recuerdo“ von Alfredo Pelaia. Danach folgten knapp 40 Aufnahmen mit Ricardo Tanturi bis zum 7. Mai 1943. An diesem Tag wurde „Bailongo de los domingos“ aufgezeichnet. In dieser Zeit lief eine erfolgreiche Reihe im Radio El Mundo mit großen Orchestern, das Programm „Ronda de ases“.

Danach trennte sich Alberto Castillo von Tanturi und setzte als Solist seine lange Karriere fort. Es begleiteten ihn Musiker wie Emilio Balcarce (Bandoneonist und Geiger), César Zagnoli (Pianist aus Uruguay) oder Ángel Condercuri (Bandoneonist) und später der junge Eduardo Rovira. Sämtliche Aufnahmen dieser Jahre ab 1943/44 entstanden beim Label Odeón.

Seine Spezialität war die Verwendung von Candombe-Trommeln in seinen Orchestern. Alberto Castillo komponierte einige wenige Titel unter dem Komponistenkürzel Riobal, darunter einige als Milonga Candombes oder einen mit dem Titel „Candonga“. Mit „Siga el baile“ begeisterte er die feiernde Menge seiner Fans.

1966 kam es zu einem Einschnitt wegen einer Augen-Operation, die er glücklich überstand. Seine Aufnahmetätigkeit bei verschiedenen Labels nahm er bald wieder auf, diesmal begleitet von Jorge Dragone und später Osvaldo Requena.

Sein Leben wäre aber nicht vollständig beschrieben, erwähnte man nicht seine Filmrollen. Als populärer Sänger wurde er für 3 Filme von Manuel Romero verpflichtet, beginnend im Jahr 1946 in dem Film Adiós Pampa mía. 1949 wurde der vierte Film mit seiner Beteiligung mit Regisseur Julio Saraceni gedreht: „Alma de Bohemio“. Von 1950 bis 1976 folgten weitere Filme, in denen Castillo mitwirkte.

1990 wurde er Ehrenbürger der Stadt Buenos Aires. Mit 87 Jahren starb Alberto Castillo an einer Lungenentzündung am 23. Juli 2002.



DER „SÄNGER

DER HUNDERT

VIERTEL“ VON

BUENOS AIREES


ALBERTO

CASTILLO


"Wir alle wollen

mehr" und

weitere tolle

Erfolge