• Karl-Heinz Henrich

Una Emoción

Ein Gefühl




Am Samstag, den 26.02.2022 habe ich bei einem Schnupperworkshop wieder einmal das wunderschöne Stück Una Emoción gespielt.


Das Stück wurde von Raúl Kaplún (Israel Kaflún 11.11.1910 - 23.01.1990) komponiert und den Text dazu schrieb José María Suñé (15.01.1911 - 01.05.1976) und wurde am 17.11.1943 vom Orchester Ricardo Tanturi mit der unverwechselbaren Stimme des Sängers Enrique Campos aufgezeichnet.


Zuvor, am 03.09.1943 nahm das Orchester Lucio Demare diesen Tango auf. Der Sänger ist hier der äußerst gefühlvoll ins Mikrofon hauchende Raúl Berón.

Dieser singt allerdings nicht die 3. Strophe des Liedes, wie es Enrique Campos tut, sondern Raúl Berón wiederholt die letzten 4 Zeilen der 2. Strophe.


Als ich vor vielen Jahren (2004) in Amsterdam das Glück hatte, bei dem unvergesslichen Carlos Gavito Unterricht nehmen zu dürfen, spielte er auch in seinem Unterricht diesen wunderbaren Tango.

Carlos tanzte mit seiner damaligen Tanguera Maria Plazaola, in seiner unvergleichlichen Art dazu, bis in diesem Lied der Sänger einsetzte.

Carlos Gavito blieb stehen, löste die Umarmung und forderte uns auf dem Text zuzuhören, was schwierig bzw. unmöglich war, da die meisten Teilnehmer kein Spanisch sprachen. Erst viel später habe ich mir den Liedtext einmal übersetzen lassen.


Der Text ist eine Hommage an den Tango... nicht wie in vielen anderen Tangotexten, wo es um verlorene Liebe, Schmerz, Einsamkeit, Sehnsucht oder Tod geht.


Ich kann mich nicht entscheiden, welche Aufnahme die schönere ist. Beide haben ihren besonderen, einzigartigen Reiz.


Meine Tanguera Ina hat noch einmal, für Euch und für mich, diesen poetischen Text übersetzt.


Text Original in allen 3 Strophen


Una Emoción

Vengan a ver que traigo yo en esta unión de notas y palabras,

es la canción que me inspiró la evocación que anoche me acunaba.

Es voz de tango modulado en cada esquina

por el que vive una emoción que lo domina;

quiero cantar por este son que es cada vez más dulce y seductor.


Envuelto en la ilusión anoche lo escuché,

compuesta la emoción por cosas de mi ayer,

la casa en que nací, la reja y el parral, la vieja calesita y el rosal.

Su acento es la canción de voz sentimental,

su ritmo es el compás que vive en mi ciudad,

no tiene pretensión, no quiere ser procaz

se llama tango y nada más.


Esta emoción que traigo yo nació en mi voz cargada de nostalgia

siento un latir de rebelión cuando a este son, sus versos le disfrazan.

Si es tan humilde y tan sencillo en sus compases

porque anotarle un mal ejemplo en cada frase

con este resto de emoción

muy fácil es llegar al corazón.



Im Originaltext sind die unterschiedlich gesungenen Textteile in Kursivschrift gekennzeichnet. In der Übersetzung ist nur der gesungene Text übersetzt.



Ein Gefühl

Kommt zu schauen, was ich mitbringe in dieser Vereinigung von Notizen und Wörtern,

es ist das Lied, das die Erinnerung hervorrief, in der ich mich letzte Nacht wiegte.

Es ist die Stimme des Tangos, die an jeder Ecke verändert wird,

durch den, der ein Gefühl lebt, welches ihn beherscht;

Ich möchte für diesen Klang singen, der jedes Mal süßer und verführerischer wird.


Letzte Nacht lauschte ich ihm, eingehüllt in die Illusion, der Erinnerung,

zusammengesetzt aus Dingen meiner Vergangenheit,

das Haus in dem ich geboren wurde, der Zaun und der Weinberg, das alte Karussell und der Rosenstrauch.

Sein Akzent ist das Lied der gefühlvollen Stimme,

sein Rhythmus ist der Takt, der in meiner Stadt lebt.

Er ist nicht anmaßend, er will nicht unverschämt sein.

Er heißt Tango und nicht mehr.


Wenn er so bescheiden und schlicht im Takt ist,

warum schreibt man ihm in jedem Satz ein schlechtes Beispiel zu?

Mit diesem Rest des Gefühls

ist es sehr leicht, das Herz zu erreichen.



Hier ein Video aus den 90er Jahren von Carlos Gavito mit seiner damaligen Tanguera Marcela Duran, wo er diesen Tango in seiner ganz speziellen Art Tango zu tanzen, interpretierte.


Quelle: YouTube