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  • AutorenbildKarl-Heinz Henrich

Pepito Avellaneda el Rey del Milonga

Aktualisiert: vor 17 Stunden

Ein genialer Tänzer, "Der König der Milonga"


30. November 1930 - 29. April 1996


Als meine Tanzpartnerin und ich vor einigen Tagen unseren Unterricht vorbereitet haben, sahen wir ein Video mit einer Kombination von Barrida mit einer Soltada (Eine Bewegung in der die Umarmung gelöst wird). Meine Tanzpartnerin meinte, dass diese Soltadas wohl eher im modernen Tango zu finden wären, worauf mir dazu eingefallen ist, dass auch ein absolut traditioneller Tänzer wie Pepito Avellaneda schon sehr früh Soltadas getanzt hat. Ein schönes Beispiel ist die „La Sorpressa“ die Pepito in der Milonga entwickelt hatte. Ein Grund, fand ich, einmal über diesen genialen Tänzer der gerade vor 3 Tagen seinen zweiundneunzisten Geburtstag gefeiert hätte, zu schreiben.


Am 30. November 1930 wurde José Domingo Monteleone (Pepito Avellaneda) in Avellaneda (Provinz Buenos Aires, Argentinien) geboren. Sein Vater hatte eine Pizzeria in der er schon früh mitarbeitet. Als er 5 Jahren alt war starb seine Mutter und sein Vater, den er sehr verehrte, zog ihn alleine groß.


Mit zwölf Jahren fing José beim Karneval in Avellaneda an zu tanzen. 1945 und 1946, ging er zum Tanzen in den Salón Duca. 1945 hatte er mit damals fünfzehn Jahren seinen ersten Auftritt im Teatro Roma in Avellaneda unter dem Namen Los Porteñitos. Seine Kollegen sagten, wie kannst Du die Hauptstadt repräsentieren, wenn du aus der Provinz Avellaneda kommst?". Sein Manager nannte ihn Pepito aus Avellaneda. Unter diesem Namen wurde er 1957 oder 58 populär. Er hat bei Live-Shows hart gearbeitet. Wenn es eine Live-Show gab, ist er immer in die Kinos gegangen und hat dort zwischen den Filmen getanzt. Später sagte er mal:


"Tanzen ist alles für mich, ich ernähre mich davon. Ich tanze und ich werde gefördert. Ich habe viele Verträge unterschrieben, zum Beispiel in den Provinzen: Salta, Córdoba, Tucumán und ich habe, auch wenn ich nicht bezahlt wurde, getanzt, weil ich es fühlte. Das heißt, ich habe getan, worauf ich Lust hatte und es bedeutet, dass ich mich vom Tango ernähre, dass ich gerne unterrichte. Ich verbringe den ganzen Tag mit Unterrichten und ich habe es mir selbst beigebracht. Es war eine Frage des Versuchs, einen Schritt zu machen, einen weiteren Schritt und dann habe ich mich getraut. Später kam das Üben in Clubs, unter Männern. Das heißt, ich habe dich geführt, du hast mich geführt: Mit anderen Worten, du hast gelernt eine Frau zu führen. Es waren keine Frauen beim üben. Es ist einfacher mit einer Frau zu tanzen. Es gibt Männer die tanzen wie eine Frau das ist gut. Es gab Fälle, in denen jemand die Rolle der Frau gespielt hat, um herauszufinden was Frauen tun... wenn man weiß wie man einen Mann führt, ist es einfacher eine Frau zu führen. Frauen lernen viel schneller als Männer. Denn der Mann muss wissen wie man einen bestimmten Schritt führt und das ist schwierig. Wenn sie jetzt eine Choreographie machen, ist es nicht mehr dasselbe. Aber der Milonguero (Tänzer) muss wissen, wie man führt. Es gibt andere, die tanzen als wären sie vom Computer programmiert, das heißt, eine Choreographie und sonst nichts, aber wenn sie in einen Ballsaal gehen wissen sie nicht wie sie tanzen sollen. Das passiert bei vielen Tänzern".


Er mochte alle Arten von Musik, auch Jazz, Cumbia oder die Oper. Einige Stücke verstehe ich, andere nicht, sagte er immer. Zu Astor Piazzolla sagte Pepito, er hat früher sehr schön gespielt, er hat sehr gut gespielt. Zu ein paar alten Aufnahmen von früher, von denen Astor Piazzolla sagte man müsse diese Aufnahmen wegwerfen und nur seine „neuen" Aufnahmen anhören sagte Pepito, dass es genau andersherum sein sollte. Trotzdem mochte er Piazzolla und hielt ihn für einen guter Musiker und ein Genie.

Pepito Avellaneda sprach immer davon, dass der Tango die Welt erobert hat und meinte, dass jetzt die Leute überall Tango tanzen. In den Vereinigten Staaten, in Mittelamerika, in Europa lehren sie Tango zu tanzen, damit der Tango nie vergessen wird. Erst mit 56 Jahren reiste Pepito nach Europa und war unter anderem auch in Hamburg und in Stuttgart, wo er seinen Tango unterrichtet hat.



Pepito Avellaneda mit Antonio Todaro


Manchmal ging Pepito erst gar nicht zu Bett, weil er erst sehr spät nach Hause kam, um sieben oder acht Uhr morgens. Um neun Uhr trank er noch einen Schluck mit seinen Kumpels und ging dann zum Unterricht, denn um elf Uhr morgens begann er mit dem Unterricht. Die Europäer mögen es, morgens Unterricht zu haben, sagte er bei einem Interview.


Ein halbes Jahr vor seinem sechsundsechzigsten Geburtstag starb José Domingo Monteleone genannt Pepito Avellaneda am 29. April 1996. Die Tangowelt verlor damit einen genialen Milonguero Tänzer.



(Quelle:YouTube)

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