• Karl-Heinz Henrich

Open Air Milonga - Super Mond - Sternschnuppen

Vollmondmilonga am Niederwald Tempel 12.08.2022



Am Freitag waren meine Tanguera und ich am Niederwald Denkmal oberhalb von Rüdesheim am Rhein. Dort gab es eine wunderbare Open-Air-Milonga in dem Tempel neben dem Denkmal der „Germania“.


Die Veranstalter hatten Schmierseifenstreusel am Rand gestreut um ein besseres Gleiten auf dem Steinboden zu ermöglichen, was auch sehr gut funktionierte. Nach und nach kamen immer mehr Tangueras und Tangueros und während wir zu sehr schön ausgewählter Musik des DJ´s eine nach der anderen Tanda tanzten, begann die Dämmerung einzusetzen.


Gegen 21.40 Uhr, während einer sehr schönen Tanda von Carlos Di Sarli, ging der Mond am Horizont auf. Es war der letzte „Super Mond“ für dieses Jahr. Er erstrahlte in einem tiefen orangenen Licht und horizontnah schien er wirklich größer als sonst. Es war ein ganz magischer Moment und wir haben unser Tanzen unterbrochen um dieses Naturschauspiel in aller Ruhe genießen zu können.



Ein wenig später, nach vielen weiteren schönen Tandas stand der Mond silberglänzend hoch am Himmel und sein Licht spiegelte sich im Wasser des Rheins. In dieser wunderschönen Kulisse tanzten wir bis nach Mitternacht weitere wundervolle Tango und Valses.









Eine dieser Tandas war von dem Sänger Ángel Vargas und der Tango „Noche de locura“ hat mich an einen meiner Lehrer erinnert. Er sagte damals: Wenn der Sänger aufhört zu singen und anfängt zu sprechen, dann will er uns etwas sagen und es ist geboten sein Tanzen zu reduzieren auf minimalste Bewegung. Das ist genau so, wie wenn jemand mit dir spricht, du nicht einfach weggehst, oder nicht zuhörst.


Solche Tangos sind nicht sehr häufig und eher in der späteren Ära des Tangos zu finden. Auch bei Osvaldo Pugliese findet man gelegentlich solche Stücke.

Wie ich allerdings feststellen musste, war dies wohl außer mir niemanden bekannt und alle Paare haben fleißig ihre Bewegungen weiter getanzt.


Wie immer endete die Milonga mit „La cumparsita“ und die Paare haben sehr zufrieden den Heimweg angetreten. Einige Paare blieben allerdings, um vielleicht ein paar Sternschnuppen zu sehen, denn in dieser Nacht war auch noch der Höhepunkt der Perseiden.



Die Milonga in der Anfangsphase wo noch nicht viele Tänzerinnen und Tänzer angekommen waren.


Langsam füllte sich die Tanzfläche im Tempel


Ab 22.°° Uhr haben wir dann Tango in dem rot erleuchteten Tempel getanzt. Ich kann sagen, dass diese Open-Air-Milonga die schönste und stimmungsvollste Milonga unter freiem Himmel war, auf der ich bis jetzt getanzt habe. Einfach eine tolle Kulisse und dazu der Supermond ... kaum vorstellbar, dass man das noch toppen kann.