• Karl-Heinz Henrich

Horacio Pettorossi

Aktualisiert: 16. Feb.

Komponist und Gitarrist









































Horacio Pettorossi 21. Oktober 1896 bis 25. Dezember 1960


Man nannte ihn den „Marquis“ – ein angesehener und offenbar ansehnlicher Theatermusiker und Komponist war Horacio Gemignani Pettorossi, der am 21. Oktober 1896 in Buenos Aires geboren wurde. Mit etwa 18 Jahren kam er auf die Bühne als Gitarrist und Begleiter des Sängers Francisco Martino und wurde kurz darauf Theatermusiker auf den Bühnen der Sainetes in Buenos Aires. In der Szene der Künstler und Theaterleute traf er zum Beispiel auf den Regisseur José Gonzalez Castillo, der als Tangotexter bekannt ist, und auch auf das Duo Gardel-Razzano. Er war Begleiter von Ignacio Corsini und formierte neben seinen Bühnenauftritten auch Folkloreensembles der „Música criolla“, mit denen er auch auf Tourneen in die Provinz und sogar bis nach Chile reiste. Eine Sängerin, die er mit einem für sie zusammengestellten Sextett begleitete, hieß Emilia Alba. Dieses Sextett „Alba-Pettorossi“ trat dann geschlossen auch in einem Bühnenprogramm im Teatro Nacional auf; das Stück hieß „Flor de lis“ (Lilienblüte oder Wappenlilie).


Danach ging er auf eine größere Reise nach Europa, zusammen mit Emilia Alba und dem Sänger Alfredo Navarrine in einem Ensemble, das sich „Los de la raza“ nannte. Im Ensemble außerdem die Bandoneonisten „Bachicha“ – Juan Bautista Deambrogio – und Mario Melfi. Zusammen sollten sie ab ihrem Debut in Madrid am 9. September 1923 „Spanien erobern“ und diese Tournee im folgenden Jahr in Chile fortsetzen.


1924 dann wieder nach Spanien, denn die erste Reise war ein Erfolg gewesen, und der Marqués blieb nun in Europa und kam schließlich nach Paris zu einem festen Engagement. Von dort aus stellte er ein eigenes Orchester zusammen und organisierte nicht nur Auftritte in ganz Frankreich, sondern auch Auftrittsreisen nach Spanien, Katalonien, Italien, Griechenland, Deutschland, Rumänien und in die Türkei.


Erst 1931 zog es ihn wieder nach Argentinien, wo er auf der Bühne und auch im Radio spielte. Bald aber zog es ihn wieder nach Europa, wo man in Paris inzwischen Tonfilme drehte. Hier kam er mit Carlos Gardel zusammen, der in in die Darstellerriege zweier Filme holte: Als Musiker und Schauspieler wirkte er in „Espérame“ und „Melodía de arrabal“ mit, beide aus dem Jahr 1932, bevor er mit Gardel wieder nach Buenos Aires zurückkkehrte. Dort wurde er festes Ensemblemitglied als Gitarrist bei Gardel. Sie waren zu viert: Guillermo Barbieri, Ángel Riverol, Domingo Julio Vivas und Pettorossi. Im Januar 1933 entstanden die ersten Aufnahmen mit Gardel und diesem Gitarrenensemble. Das ganze Jahr über wurden Aufnahmen gemacht; im Laufe von rund 10 Monaten wurden es 53 Titel. Pettorossi begleitete Gardel auch in die USA, wo Gardel das ganze folgende Jahr und bis Anfang 1935 verbrachte, doch er kehrte nach einigen Monaten 1934 aus familiären Gründen nach Buenos Aires zurück. Er entging so der Katastrophe, die Carlos Gardel, Alfredo Le Pera und seine Gitarristen 1935 in Medellín ereilte, und lebte noch bis 1960 in Argentinien, wo er am 25. Dezember in Mar del Plata im Alter von 64 Jahren starb.


Ein äußerst bekanntes Beispiel seiner vielen Kompositionen ist "Invierno" gespielt von Francisco Canaro 1937. Der Text ist von Enrique Cadicamo und wird gesungen von Roberto Maida.

https://www.youtube.com/watch?v=W8VAd3YrWAs


Invierno

Volvió el invierno con su blanco ajuar

Ya la escarcha comenzó a brillar

En mi vida sin amor

Profundo padecer

Que me hace comprender

Que hallarse solo es un horror

Y al ver como soplan en mi corazón

Vientos fríos de desolación

Quiero llorar

Porque mi alma lleva

Brumas de un invierno

Que hoy no puedo disipar


Winter

Er kam zurück, der Winter mit seinem weißen Schleier

Schon begann der Frost zu funkeln

in meinem Leben ohne Liebe

Tiefes Leid,

das mir zu verstehen gibt,

wie schrecklich es ist alleine zu sein

Und wenn ich sehe wie in meinem Herzen

kalte Winde der Verwüstung wehen

möchte ich weinen,

denn in meiner Seele

wabern Nebel eines Winters,

die ich heute nicht verscheuchen kann.