• Karl-Heinz Henrich

Francisco Juan Lomuto





















Francisco Lomuto 24. November 1893 - 23. Dezember 1950



Er war das zweitälteste von insgesamt 10 Kindern, die das um 1886 aus Italien eingewanderte Elternpaar Víctor Lomuto und Rosalía Narducci in Argentinien bekam. Der älteste von sechs Söhnen, und der Mutter verdanken es vier Söhne, dass sie Musiker wurden. Die Mutter war Pianistin und Klavierlehrerein und gab den Söhnen früh das Nötige mit. Drei wurden Pianisten: Francisco Juan, Enrique Blas und Héctor Antonio, während Víctor Dionisio sich der Gitarre und dem Bandoneón zuwandte. Der 1899 geborene Oscar Lomuto, der eigentlich Pascual Tomás hieß, wurde als Journalist auch Tangotexter.

Francisco Juan hatte zuerst einen Job als Bahnmitarbeiter, er war Telegrafist und wechselte später in ein Musikgeschäft als angestellter Verkäufer. Den Job hatte ihm ein Freund besorgt, der ebenfalls Pianist war und später zum Agenten von Hugo del Carril wurde.

Schon früh hatte Lomuto begonnen, zu komponieren. Mit der Zeit wurden seine Kompositionen auch Erfolge, etwa als im Jahr 1918 María Luisa Notar seinen Tango „Muñequita“ auf der Bühne präsentierte, den Carlos Gardel später 1920 zu einem „bedeutenden Erfolg“ seiner Zeit machte.

Schon 1910 gab es in Argentinien ein neues Gesetz, welches Urheberrrechte schützen sollte. Es entstand 1918 der „Nationale Verband der Autoren, Komponisten und Musikverleger“, gegründet von elf Vertretern ihrer Interessen. Lomuto war – wie Canaro oder Fresedo - einer von ihnen. Später wurde aus diesen Anfängen der Verband „SADAIC“ [„Sociedad Argentina de Autores y Compositores de Música“], dessen erster Präsident Francisco Lomuto im Jahr 1936 wurde.

Als Orchesterchef begann er schon 1923 in einem zum Teil familiär besetzen „Conjunto“. Der Tango hatte mehr und mehr gesellschaftliche Anerkennung gefunden und wurde nicht nur zum Karneval ein gutes Geschäft. Dazu das neue Medium Radio mit immer mehr neu gegründeten Sendern neben den vielen Boulevardtheatern. In allen Kinos des Medienunternehmers Max Glücksmann spielte Lomuto Mitte der 20er Jahre. Mit seinen populären Gesangsinterpreten – wie Charlo, später Jorge Omar oder Fernando Díaz nahm „Pancho“ Lomuto ab 1922 bis 1930 bei Odeon auf und wechselte im Jahr 1931 zu RCA Víctor, wo er bis in das Jahr seines Todes 1950 weiter mit seinem Orchester aufnahm. Seine Diskografie umfasst über 950 Titel.

Der Stil seiner Arrangements und seiner Instrumentierung ist mit dem von Canaro zu vergleichen, geht aber teilweise über dessen Klang hinaus, weil eine große Offenheit für den Jazz den Stil der Lomuto-Orchester prägte.

Ich freue mich immer über eine Tanda von Lomuto-Titeln, so wie am letzten Samstag auf unserer Milonga. Eine Tanda mir der Milonga "Que tiempo aquel". Diese Milonga ist sehr interessant und extrem anspruchsvoll in der tänzerischen Interpretation. Eine Tanda von Francisco Lomuto sorgt immer für eine angenehme Überraschung...

Mit nur 57 Jahren starb Francisco Lomuto am 23. Dezember 1950 unerwartet in Tortuguitas (Provincia de Buenos Aires).